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06. Juli 2006
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06. Mai 2006
Amalie und ihre 4 Töchter
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24. September 2005
Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, wie viele Jahrhunderte Aufbau von gesellschaftlichen Strukturen es braucht, bis man dort angelangt ist, dass Busse pünktlich fahren und Medizin für Krankheiten bereitsteht. Darauf hat mich jemand gebracht, der aus Afrika stammt, und mit dem ich ein Gespräch über die Schwierigkeiten, ein afrikanisches Land zu regieren, führte. Er war sehr traurig darüber, dass es in seiner Heimat noch ein weiter Weg bis dorthin sein wird. Und ich war verblüfft, für wie selbstverständlich ich so viele Dinge unseres Alltags halte. Ich bin zurück von einer Reise nach Deutschland und beladen mit Gedanken und Empfindungen darüber, was nach den Wahlen bei unserem Nachbarn los ist. Jemand sollte ein Heim für schwer erziehbare Politiker aufmachen. Währenddessen summe und brumme ich durch meine bunte Welt des Theaters und denke mir, da weiß man einfach, dass alle nur so tun als ob. Dann kommt die nächste Premiere und alles andere, das bis dahin unendlich wichtig war, ist vorbei, verweht und vergessen. Zum Glück geht die Tür nach außen auf. Dies ist der Titel des Magischen Salons, der am 14. Oktober in Fürth Premiere hat. Zum Glück ist das so. Die Tür geht nach außen auf, ins beglückend Unbekannte und Neue. Die Flügel ausgebreitet und losgeflogen. So schwer ist das gar nicht. |
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17. September 2005
Nun ist "Der Magische Salon" auch in Buchform in der Welt. Eine feine, eine schöne Präsentation, gelungen und perfekt. Frau LH Waltraud Klasnic war mein besonderer Gast. Ganz allein und ohne ihren Sicherheitstross kam sie und setzte sich unter meine Zuhörerinnen und Zuhörer. Ich kann's nur wiederholen: eine bemerkenswerte Frau. Heute Abend lese ich im Dachboden-Theater in Stainz. Vor zwei Jahren haben meine Tochter Veda und ich dort gesponnen, d.h. Veda verspann Wolle am Spinnrad und ich erzählte Geschichten von den dreizehn Feen und wie Frau Holle einmal Gold zu Stroh versponnen hatte, weil sie vom Gold zwar hatte, das Stroh für ihre himmlischen Schafe ihr jedoch ausgegangen war. Heute Abend geht es um Männer, Frauen und den Tod. Also um das Wesentliche. Für alle, die in der Umgebung von Regensburg zu Hause sind: Dort lese ich am 06. Oktober. (näheres unter Begegnungen) Die Sonne hat unseren Trauben noch ein wenig mehr Süße geschenkt, nach diesem düsteren Regensommer auch dringend benötigt. So können auch sie demnächst gelesen werden. Unser Wein, unser Essig für die Blütenessenzen und unser Tresterschnaps sind also gesichert. |
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13. September 2005
Heute bitte ich euch, dies wörtlich zu nehmen. Wie ganz Österreich weiß, haben wir in der Steiermark Landtagswahlen. Wie ganz Österreich weiß, tut sich Dramatisches. Alles scheint zum Hallali auf Waltraud Klasnic zu blasen. Alles redet davon, dass es einen Farbenwechsel in der Regierung gibt. Die Mittel, zu denen die Medien greifen, um das Spiel in diese Richtung voranzutreiben, sind verblüffend durchsichtig, manchmal sogar süffisant bösartig. Und für mich nicht nachzuvollziehen. Ich bin wahrlich keine Konservative. Aber ich schaue mir an, was da passiert und weiß: wenn diese Frau nicht mehr politische Chefin dieses Landes ist, dann gehen wir keinen guten Zeiten entgegen. Ich durfte sie kennenlernen, durfte Gespräche, auch sehr persönliche, mit ihr führen und weiß: sie ist warmherzig; sie hat einen messerscharfen Verstand; sie kann kämpfen; sie kann viel einstecken; sie ist immer noch voller Verständnis, wo ich längst zu brachialen Mitteln gegriffen hätte. Und alle Gestalten, die an ihrer Stelle den Platz der Macht in der Steiermark beanspruchen, sind dem im Gegensatz zu ihr nicht gewachsen. Aus welchen Gründen auch immer. Nicht genug Profil, sagen wir mal. Nicht genug Substanz. Man muss doch nur hinschauen. Und den Verstand benutzen. Ich bin eine, die um Förderung angesucht hat und sie nicht bekommen hat. Als wir mit der Maera Nike Kulturschule ein gutes Programm vorgestellt haben, mit dem wir Kultur und Arbeitsplätze in die ehemals schwache Infrastruktur der Südost-Steiermark bringen wollten, haben wir in dieser Hinsicht keinen Erfolg gehabt. Waltraud Klasnic ließ mich wissen, dass sie mein Konzept gut findet, aber kein Geld bereitstellen kann, weil keines da ist.. Als ich mich um die Intendanz des Schauspielhauses Graz beworben habe, hat sie mich wohlwollend angehört, aber mich des Weges verwiesen, den alle Bewerber zu gehen hatten. Niemand kann also sagen, dass ich von ihr jemals wo profitiert habe. Und bitte euch dennoch: wählt diese Frau. Ich werde es jedenfalls tun, denn so, wie da zur Zeit Medien und politische Konkurrenten mit ihr versuchen Schlitten zu fahren, ist ungustiös. Nicht anständig. Das hat sie wahrlich nicht verdient. Am Donnerstag, den 15. September präsentiere ich nach Jahren des schriftstellerischen Schweigens mein neues Buch "Der Magische Salon" im Restaurant Laufke, ab 16.30. Ich freue mich sehr, dass Frau Landeshauptmann Klasnic meiner Einladung folgen wird und als special guest dabei sein wird. Wenn ihr sowohl daran teilnehmen wollt, mein neues Buch aus der Taufe zu heben wie auch, Waltraud Klasnic zu begegnen, um euch selbst ein Bild von ihr und ihrem Charisma zu machen, würde ich mich freuen, euch begrüßen zu dürfen. |
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27. August 2005
Die Zeit, in der normalerweise Sommer ist, geht ihrem Ende zu. Das Obst wird süss, der Wein nur sauer. Zuwenig Sonne, zuviel Regen. Wir hatten viel Besuch am Schlangenberg, schöne Veranstaltungen, interessante Menschen. Viele Begegnungen von herzerfrischend bis dramatisch. Nun bereite ich mich schon auf den neuen Magischen Salon vor (Premiere im Oktober !). Auch schreibe ich an mehreren Stücken, die alle im Laufe der nächsten zwei Jahre auf die Bühnen kommen. Bis zur nächsten Schlangenberg-Veranstaltung in den Raunächten (27.12.05 - 1.1.06) geht es nur noch um Theaterscheinwerfer und herrscht das Prinzip Vollgas. |
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20. August 2005
Der Schlangenberg ist ja ganz offiziell ein land- und forstwirtschaftlicher Betrieb. Und so haben wir die Lizenz zum Schnapsbrennen. Das haben wir nun, in diesem herbstähnlichen Sommer von Herzen ausgenutzt und haben den Chef der Fürther Schilderwach samt seinen Männern zum Schnapsbrennen auf den Schlangenberg eingeladen. Es war eine Riesenhetz wie man hier sagt, ein Riesenspaß und mehr. Und haben stolze Produkte hergestellt: einen wunderbar weichen, blumig aromatischen Grappa, der gleich "Grappa Cuore"genannt wurde, dazu ein Zwetschgenwasser, das wir mit "Diva" etikettiert haben und zuletzt noch die Mischung aus Zwetschgen- und Apfelbrand, die nun als "Due Donne" in der Welt ist. Daneben arbeiten wir hier am Schlangenberg natürlich noch etwas Richtiges. Während die Theater alle in ihre wohlverdienten Ferien gestartet sind, machen wir hier ein Riesentheater mit dem Sommer und begeben uns in die Selbsterkenntnis. Jeder, die bereits mit meiner Hilfe sich selbst begegnet ist, hat eine neue Freundin gewonnen, nämlich sich selbst. Die, die noch kommen werden, werden auf dieselbe Weise beschenkt. Nicht wenige Theaterprojekte, die in den kommenden drei Jahren auf die Bühne kommen werden, werden gerade konzeptioniert. Den neuen Magischen Salons des kommenden Herbstes arbeiten wir entgegen. Das Flügelbuch fliegt in seine Vollendung. Ich nehme an, dass meine Lektorin bei Kösel, Dagmar Olzog, darüber noch froher ist als ich. |
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03. Juli 2005
Die Frauen der ersten Woche der Selbsterkenntnis sind abgereist. Viele haben einen neuen Blick auf die Welt riskiert und jetzt mehr Möglichkeiten, sich selbst zu begegnen. Ich habe schon mit den Texten arbeiten können, die ab kommendes Frühjahr in meinem neuen Buch zu finden sind. Es gab eine Menge Aha-Erlebnisse. Und wie jedes Jahr war der Pool die wichtigste Ressource, denn es war sehr heiß. Wir geben ja immer vom Rosarium hinein, stets die Nummer vier, die bringt exessives Glücklichsein. Jetzt sehe ich der Schreibwerkstatt entgegen, ein ganz neues, ganz ungewohntes Ereignis. Ich freue mich schon auf die zukünftigen Schreib-Profis. Und dann, in der zweiten Juli-Hälfte geht es wieder um den Spruch, der vor dem Heiligtum in Delphi zu lesen war: Erkenne dich selbst und handle danach! Für diese Veranstaltung sind noch drei Plätze frei. Kurzentschlossene haben also noch eine Chance auf Durchblick und Weitblick und Überblick und Anblick. |
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14. Juni 2005
Ich freue mich, alle Leserinnen und Leser, Freundinnen und Freunde davon zu unterrichten, dass die mir sehr nahestehende Mozartband sich in diesem Sommer auf eine kleine, aber feine Clubtour durch Österreich und Deutschland begibt. Ich kann euch allen die Musik dieser Leute wärmstens ans Herz legen. Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, so schaut unter "Aktuelles" nach. Ganz Neugierige und Gründliche linken sich gleich auf deren website www.mozartband.com ein. Geht hin, schaut es euch an, versinkt in dieses gewaltige Musikerlebnis ! |
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09. Juni 2005
Jetzt haben wir es also getan; haben etwas gewagt und einen kleinen Verlag gegründet: Edition Schlangenberg. Manchmal finden sich die Dinge auf ganz leichte Weise. Und so wird im September unser erstes Buch herausgegeben werden, das mit Unterstützung und in Zusammenarbeit mit dem Stadttheater Fürth erscheinen wird. Es sind die Texte aus den ersten Magischen Salons und dazu wird außerdem erzählt, wie alles entstanden ist, wie es dann wurde und was man alles erlebt, wenn drei sich zusammentun, um Arbeit und Riesenspaß so zu verbinden, dass ein großer Erfolg dabei herauskommt. "Der Magische Salon" wird 19,80 kosten und viele Fotos von den Aufführungen enthalten. Im Frühjahr erscheint das zweite Buch, das sich mit den Blütenessenzen vom Schlangenberg befassen wird. Die zweiten Magischen Salons, die ab Herbst im Stadttheater Fürth zu sehen sind, werden Gegenstand des dritten Buches sein. Und natürlich ist die Edition Schlangenberg nicht nur den Texten von mir vorbehalten. Wir möchten Bücher machen, die wir selber gern lesen möchten; schön gestaltet und ganz besonders. |
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17. Mai 2005
Ich sitze auf meinem Schlangenberg und schaue weit ins Land und versuche zu akzeptieren, dass es sinnlos ist, herumzurennen und dieses zu regeln und jenes zu erreichen. Ich bin der geworfene Stein, der klar seine Bahn zieht. Also richte ich meine Kraft lieber darauf, eine besonders schöne Bahn zu ziehen, um dem unbekannten kosmischen Werfer alle Ehre zu machen und die bevorstehende Landung möglichst elegant hinzulegen. Die Tage kommen und gehen, das Gras wächst (manche können das ja sogar hören !), und ich schreibe an dem neuen Buch, das bei Kösel erscheinen wird. Ich habe außerdem beschlossen, dass es die Texte aus den vergangenen drei Magischen Salons als Buch geben wird. So erscheint auf vielfachen Wunsch noch in diesem Herbst ein Werk über das Entstehen des Magischen Salons und alle wunderbaren Texte werden darin enthalten sein. Für besonders hartnäckige Fans wird es die Gelegenheit geben, ein Subskriptions-Exemplar zu erhalten. Unsere Schlangenberg-Essenzen gehen ihrer großen Präsenz entgegen und ich freue mich auf einen wunderbaren Sommer mit vielen Gästen hier auf dem Hügel, wo man zu manchen Zeiten die Feen tanzen sieht. |
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09. Mai 2005
Jutta Czurda und ich hatten gestern die letzte Vorstellung mit "Flieg Furie flieg" und dabei ein Publikum wie aus der Wunschkiste. So ein schöner Abschied. Aber im Herbst gibt es drei neue Salons mit drei neuen Themen. Für alles, was war und ist und wird, will ich heute einen Text von Rainer Maria Rilke in die Welt schicken, den er im April 1904 aus Rom an Friedrich Westhoff geschrieben hat: "Man muss nie verzweifeln, wenn etwas verloren geht, ein Mensch oder eine Freude oder ein Glück; es kommt alles noch herrlicher wieder. Was abfallen muß, fällt ab; was zu uns gehört, bleibt bei uns, denn es geht alles nach Gesetzen vor sich, die größer als unsere Einsicht sind und mit denen wir nur scheinbar im Widerspruch stehen. Man muß in sich selber leben und an das ganze Leben denken, an alle seine Millionen Möglichkeiten, Weiten und Zukünfte, denen gegenüber es nichts Vergangenes und Verlorenes gibt." In manchen Zeiten können wir diese Worte gar nicht glauben. Zu anderen Zeiten handeln wir danach und lassen los, auch wenn uns die Einsicht darin fehlt. Und dann auf einmal werden wir beschenkt und dürfen begreifen, dass wir keines dieser Geschenke hätten auch nur wahrnehmen können, wenn wir nicht vorher im Vertrauen auf Rilkes Worte gehandelt hätten. |
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03. Mai 2005
Über Hans Zimmermann, einen genialen Altsprachler kam Klingsohrs Märchen von Fabel und Eros, geschrieben von Novalis zu mir. Hier ein kleiner Text daraus: Der Flachs ist versponnen. Das Leblose ist wieder entseelt. Das Lebendige wird regieren, und das Leblose bilden und ge-brauchen. Das Innere wird offenbart, und das Äußere verborgen. Der Vorhang wird sich bald heben, und das Schauspiel seinen Anfang nehmen. Noch einmal bitte ich, dann spinne ich Tage der Ewigkeit. - Glückliches Kind, sagte der gerührte Monarch, du bist unsre Befreyerin. - Ich bin nichts als Sophiens Pathe, sagte die Kleine. Erlaube, daß Turmalin, der Blumengärtner, und Gold mich begleiten. Die Asche meiner Pflegemutter muß ich sammeln, und der alte Träger muß wieder aufstehn, daß die Erde wieder schwebe und nicht auf dem Chaos liege. |
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20. April 2005
Nun hat sie also einen gewaltigen Sprung gemacht, die Natur. Alles grün. Jetzt startet "the big spring thing". Nur die Sache mit der Sonne klappt allerorten noch nicht so richtig. Gibt viel zu tun. Ich sitze in einer Maschine der Quantensprung-Airlines und genieße den Flug. Wir sind noch nicht über den Wolken. Das Leben ist ein lila Hut habe ich für einen der Salon-Abende geschrieben. Manchmal ist es auch eine rechte Schinderei. Hab ich auch schon einmal geschrieben. Beides zusammengenommen hebt sich wieder auf. Und das ist doch beruhigend. |
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15. April 2005
Eine der schönsten Gedichtzeilen, die ich kenne, stammt von Pablo Neruda: Ich will mit dir machen, was der Frühling mit dem Kirschbaum macht. Es ist noch nicht so lange her, da habe ich diese Zeile jemandem geschenkt. Dann kam ein langer, langer Winter, ihr erinnert euch? Und seit gestern blühen die Kirschbäume auf dem Schlangenberg. Seit heute haben sich die Birnbäume angeschlossen. Apfel und Zwetschge sind kurz davor. |
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11. April 2005
"Wer hier eintritt, lasse alle Hoffnung fahren" ist der Satz, den wir mit Dantes Weg durch die Unterwelt verbinden. Das soll sagen, dass eine größere Macht am Wirken ist, die unserem Handeln nicht nur Grenzen setzt, sondern dafür sorgt, dass unser Leben Wendungen, Veränderungen und Richtungsänderungen unterworfen ist, die wir nicht selbst bestimmen können. Wir haben in Wahrheit keine Kontrolle über das Geschehen. Zu keinem Zeitpunkt. Während Jutta Czurda und ich die Freude hatten, vor ausverkauftem Haus aufzutreten, stockte auf der Hauptbühne des Stadttheaters Fürth alles Leben. Die junge Darstellerin erkrankte in der Nacht der Generalprobe und so kommt das Stück "Baumeister Solness" nicht zur Premiere, nicht zur Aufführung. Alles umsonst. Viel Verlust an Hoffnungen, Erwartungen, Lebensplänen, Geld, Ansehen und andere Folgen. Was bleibt, ist eine leere Bühne. Das ist sehr traurig. Aber ein viel wichtigerer Satz ist der, den Vergil, welcher Dante als Verbündeter durch die Hölle begleitete, sagte: Ma guarda e passa. Schau hin und geh weiter. Unterwerfen wir uns, indem wir hinschauen und weitergehen. Es kommt immer Besseres, Größeres, Wunderbares nach, für das wir mit unserem Gang durch die Unterwelt vorbereitet werden. Solange Dante den Weg durch die Unterwelt noch nicht angetreten hat, ist er nicht fähig, dem Wunderbaren entgegen zu treten. Und dieses Wunderbare lebt von der Zauberformel "1: 1 Million". Diese Formel der Wahrscheinlichkeit stammt aus Terry Pratchetts Buch "Wachen! Wachen!". Was immer man auch plant, welcher Aufgabe auch immer man sich verschreibt - erst wenn die Wahrscheinlichkeit eins zu einer Million beträgt, kann es klappen. Bei eins zu 999725 beispielsweise geht es mit Sicherheit schief. Man muss also diesen Punkt erwischen, wo die Dinge eins zu einer Million stehen und dann kann es gelingen, das Großartige, Wunderbare. (Was man aber auch auszuhalten gelernt haben muss). Beim Bogenschießen ist dies der magische Augenblick, wenn der Pfeil wünscht, losgelassen zu werden, um sein Ziel mit spielerischer Leichtigkeit zu finden. In diesen Tagen bin ich der Pfeil, der sich darauf vorbereitet, losgelassen zu werden. |
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07. April 2005
Man mag das Alte in Dankbarkeit verabschieden, man mag das Neue in Aufregung umarmen. Das ist - immerhin - endlich keine gestohlene Zeit mehr. Aber das ist nur das Ende vom Anfang, denn es geht darum, die Seele zu befiedern, auf dass sie fliegen möge. Das ist eine groszlig;e Sache, für die es viel Mut und Zeit braucht. O kronos den perimenei kanenan (Die Zeit wartet auf niemand). Die Verheißung des Anfangs, der Zauber, der nur diesem innewohnt, weicht und die Wirklichkeit nimmt sich den Raum. Ihr muss man standhalten und darf doch nicht vergessen, worum es geht. |
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28. März 2005
Aufgabe verschreibt, bewegt sich die Vorsehung auch. Alle möglichen Dinge, die sonst nie geschehen wären, geschehen, um einem zu helfen. Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt durch diese Entscheidung, und er sorgt zu den eigenen Gunsten für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle, Begegnungen und materiellen Hilfen, die sich kein Mensch vorher je so erträumt haben könnte. Was immer du kannst und dir vorstellst, dass du es kannst, beginne es. Kühnheit trägt Genius, Macht und Magie in sich. Beginne jetzt. (Johann Wolfgang von Goethe) |
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27. März 2005
Nicht nur das Feuer An diesem Ostersonntag, überall noch der Holzrauch von den Osterfeuern in der Luft, möchte ich dieses Gedicht von Pablo Neruda mit meinen Lesern teilen: Ach, doch, ich erinnere mich, ach, deine geschlossenen Augen, wie innen von schwarzem Licht erfüllt, dein ganzer Körper wie eine offene Hand, wie eine weiße Traube vom Mond, und die Verzückung, wenn uns ein Blitzstrahl tötet, wenn ein Dolch uns an den Wurzeln verletzt und ein Licht uns das Haar durchbricht, und wenn wir von neuem gehen zurück zum Leben, als entstiegen wir dem Ozean, als kämen wir vom Schiffbruch verwundet heim zwischen den Steinen und roten Algen. Aber es gibt andere Erinnerungen, nicht nur Blüten der Feuersbrunst, sondern kleine Knospen, die plötzlich erscheinen, wenn ich in Zügen fahre oder durch Straßen gehe. Nicht nur Neruda will ich euch ans Herz legen. Auch Horvath. Es war ein wunderbarer Theaterabend. Sehr interessante Inszenierung. Großartige Schauspieler. Glaube, Liebe, Hoffnung. Aktueller denn je. |
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23. März 2005
Das Neue umarmen! Als ich vor zehn Tagen nach Halle fuhr, lag hoher Schnee auf dem Schlangenberg. Zurückgekehrt brummt der Frühling mit voller Kraft. Dazwischen habe ich im Opernhaus Halle eine Lesung gemacht, habe die Schönfärberinnen unterrichtet, bin anschließend in einer Zeitfalte verschwunden und in Fürth wieder aufgetaucht. Bin überraschend und unerwartet durch die Hölle geschickt worden. Und wieder aufgetaucht. Habe in Fürth am Stadttheater zusammen mit Jutta Czurda zweimal noch Gäste im Magischen Salon empfangen, ausverkauft und viel Applaus. Bin tief bewegt, was es alles gibt. Und nun erzählt mir der Frühling, dass das alles Vergangenheit ist. Vorbei, vorbei. Es wird Zeit, das Neue zu umarmen. Sich dem Leben zu öffnen. Sich täglich einmal zu sagen: "Das Leben liebt dich". Wenn Sie sich etwas Neues wünschen, seien Sie offen dafür, dass es aus einer beliebigen Richtung, durch einen beliebigen Menschen, an einer beliebigen Stelle in Ihr Leben treten kann. Einige Menschen empfinden eine Art Verwundbarkeit oder Angst bei dem Gedanken, dass neue Menschen oder Dinge in Ihr Leben treten könnten. Aber das macht nichts. Alles, was Ihnen widerfährt, geschieht, um Ihnen zu helfen, sich auf eine höhere Ebene Ihres Bewusstseins zu begeben. Seien Sie offen für Überraschungen und Neues in Ihrem Leben. Lassen Sie das Alte los. Es ist vorbei, vorbei. Wir werden am Ostersamstag auf dem Schlangenberg ein Osterfeuer haben. Und wir werden uns vorher im Schauspielhaus Graz "Glaube, Liebe, Hoffnung" von Ödön von Horvath anschauen. Ins Osterfeuer kommt, was vorbei ist. Im Schauspielhaus werde ich das Neue umarmen. Ich wünsche allen schöne Ostern und viel Neues ! Angelika Aliti PS: Wenn Sie wissen wollen, wie das geht mit dem kreativen Umgang von Leid und auf welche Weise wir es schaffen, das Neue zu umarmen, so melden Sie sich doch zu meinem nächsten Seminar an. Es findet am 2. und 3. April in Fürth statt. Näheres unter: Begegnungen oder Aktuelles. |
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1. März 2005
Kosmisch oder komisch? Zur Zeit hilft nur noch eines: das kosmische Gelächter. In drei Wochen ist Ostern und auf irgend eine seltsame Weise finde ich mich in Klein-Sibirien wieder, zu der meine klimatisch liebliche Südost-Steiermark mutiert ist. Hat wer den großen kosmischen Außen-Thermostaten heimlich abmontiert? Jedoch ganz langsam scheint sich die Zeit doch vorwärts zu bewegen. Die Menschen, die keine Grippe haben, scheinen wieder die Mehrheit zu bilden. Pläne werden gemacht. Termine ausgemacht. Das Jahr des Merkur. Schnelligkeit, Kommunikation, gute Geschäfte und immer eine Geschichte von dem großen Spiel der Götter auf Lager. Am Freitag, den 11. März veranstalte ich eine Lesung im Opernhaus Halle (Eintritt frei). Da werd ich auch ein wenig von den großen Göttinnen und Göttern erzählen und wie sie es auch nicht besser machen als wir. |
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21. Februar 2005
Geduldsfäden Ich stricke mir gerade einen Pullover aus Geduldsfäden. Der Winter zieht sich (Eigentlich werden um diese Zeit bei uns die Weinreben geschnitten). Aber alles ist weiß, kalt, starr. Nichts bewegt sich. Nichts ist im Fluss. Auß:er dem Schneeschober. So ist wohl die Zeitqualität. Saturn und Lilith bremsen den Lauf der Welt. Wir können nichts anderes tun, als uns zu fügen. Geduldsfäden verstricken. |
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15. Februar 2005
Tat- Sachen heil aus Halle zurück stecke ich noch immer in der Kraft der Lilith, dieser ungezügelten Kraft, mit der umzugehen gar nicht so leicht ist. In diesem Seminar kam zum Vorschein, dass wir mit dem Thema "wilde Frau", "Furie" oder "Lilith" offenbar jede Menge Klischees im Kopf aktivieren. Es scheint, man stellt sie sich alt, laut, ungewaschen, aggressiv und ungehobelt vor. Ach je. Dabei geht es um etwas ganz anderes. Nämlich darum, Tatsachen schaffen zu können; dem eigenen Wesen Raum zu verschaffen; um den unverfälschten Lebensausdruck; um Unbestechlichkeit; die Fähigkeit, nein zu sagen und zuzupacken. Vitalität. Elan. Biss. Am kommenden Wochenende werden sich Frauen in Graz dieser inneren Gestalt zuwenden. Ich bin sehr neugierig, welche Facetten sich diesmal zeigen werden. Ein anderer Aspekt des Begriffes "Tatsachen" ist in den Gesprächen in den Seminarpausen entstanden. Von mir und vom Schlangenberg macht sich so manche ein Bild, das mit Sicherheit nicht den Tatsachen entspricht. Das ist soweit nichts die Welt erschütterndes, denn ein jeder möge von Herzen nach seiner Fasson selig werden. Aber vielleicht ist es an der Zeit, ein wenig etwas klarzustellen. Neulich fragte mich ein Herr vom Finanzamt, ob auch unsere Tiere denn alle ausschließlich weiblich wären. Bitte? Und nun gab es Erstaunen, unter den Frauen, dass außer unserem Briefträger auch andere männliche Wesen auf dem Schlangenberg ein- und ausgehen. Große Aufregung verursachte der locker angedachte Plan, zu manchen Themen ein Seminar für Frauen und Männer zu veranstalten. Hä? Wer in den Vorstellungen des Magischen Salons in Fürth gewesen ist, wird wissen, dass ich Männern zur Zeit viel zu sagen habe. So war es auch in Graz in der großen Lesung. Die Reaktion der männlichen Zuhörer hinterher war gewaltig: Dankbarkeit, Freude und Zustimmung. Viel Gefühl. Das ist doch ausgesprochen erfreulich. Wollten wir nicht immer, dass Männer sich um die Qualität ihres Innenlebens bemühen? Wozu also die Aufregung? Es gibt Zeiten, da sind Frauen unter sich. Es gibt Zeiten, da sind Männer unter sich. Und es gibt Zeiten, da sind wir miteinander. Ich lehne jede Art von Fundamentalismus ab. Auch diesen. |
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09. Februar 2005
Das ist nicht das Leben, das ist nur gestohlene Zeit (aus Shakespeare in Love) Wir Menschen haben, so scheint es, immer Angst vor dem nächsten Schritt, der getan werden muss. Es ist die Ungewissheit der Zukunft, die uns so schreckt, möglicherweise. Das Verharren in Zuständen, Situationen oder Beziehungen, die längst der Vergangenheit angehören, welche wir bis in die Gegenwart am Leben zu erhalten versuchen, ist Kräfte raubend, ungesund und langweilig. Aber es schenkt die Illusion, dass es so etwas wie Sicherheit im Leben gibt. Aber das ist nicht das Leben, das ist nur gestohlene Zeit. Die Frage ist, was uns aus diesem Teufelskreis befreit. Manchmal muss das Leid nur so groß werden, dass uns sogar die fürchterliche Ungewissheit einer nicht berechenbaren Zukunft weniger schrecklich erscheint. Manchmal ist es auch ein unverhofftes großes oder kleines Wunder, das uns ermutigt, den nächsten Schritt zu wagen. Auf diese Wunder als Voraussetzung können wir nicht hoffen, das wäre vermessen. Darauf zu warten, dass Leid sich so ansammelt, bis die Lage explosiv wird, ist dumm. Bleibt also nur die elegante Lösung, deren Zauberwort lautet: Beizeiten. |
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04. Februar 2005
Charisma Eines der Attribute, die mir gern beigegeben werden, ist Authentizität. Die authentische Aliti. Ich weiß dann immer nicht, ob das nun ein Kompliment ist oder nicht. Ich lasse es hier mal durchgehen und frage mich, ob es denn so viele nicht authentisch lebende Menschen gibt? Denn was sonst hätte es für eine Bedeutung, dass wir es bei manchen so betonen müssen, dass sie es sind, beziehungsweise haben? Und wie ist ein nicht authentisches Leben? Wie fühlt sich das an? Wohin führt es, das nicht authentische Leben? Für mich ist ein nicht authentisch lebender Mensch einer, der seine wahren Lebensziele aus den Augen verloren hat. Oder einer, der über Job und Familie nicht hinaus denken kann. Jedes Kind startet gleichermaßen in das Wunder Leben, ganz gleich, ob es eine glückliche Kindheit hat oder nicht (Ich bin ja der Ansicht, dass alle Kindheiten unglücklich sind). Jeder junge Mensch hat Sehnsüchte, Visionen, Träume von einem großartigen Leben. Wohin gerät das alles, wenn die mittleren oder schon ein wenig späteren Jahre begonnen haben? Was für ein Bild bieten wir unseren Kindern und Enkeln eigentlich? Wie ich einem Freund neulich sagte, wollen die kids von uns vor allem wissen, wie man glücklich wird. Ich könnte auch sagen, sie wollen wissen, wie man authentisch lebt. Das Bestmögliche für unsere Kinder zu wollen gut und schön. Soll sein. Aber was ist mit den wirklich wichtigen Dingen? Dem Wunder, das das Leben ist. Wir haben eindeutig zuwenig Charismatiker in der Welt. |